Reisen


Der Richard-Wagner-Verband Wiesbaden organisiert mehrmals im Jahr Theaterbesuche,

Konzert- und Opernreisen, Besuche von Kunstausstellungen u.a. (siehe auch unter Chronik>Reiseberichte)

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Sonntag

12. Nov. 2023

Tagesfahrt nach Straßburg in die Opera National du Rhin 

Leó Delibes - Lakmé

 

Irgendwo in Indien, zur Kolonialzeit. — Die Morgendämmerung ist angebrochen und die blühenden Lianen werfen bereits ihre Schatten auf den heiligen Bach, der ruhig und dunkel fließt, als würde er vom Gesang lauter Vögel geweckt. Dort, unter der dichten Kuppel aus weißem Jasmin und Rosen, herrscht tiefer Frieden: Der Flügel der Liebe ist über die Herzen zweier Liebender gestrichen, die noch schlafen. Sie ist die vergöttlichte Tochter eines ungezähmten Brahmanen, der den Hindus rächenden Hass entgegenbringt. Er ist ein Offizier dieser siegreichen englischen Armee, die die Götter aus ihren weltlichen Tempeln vertreibt. Es genügte ein Blickwechsel, der so flüchtig war wie das Läuten von Glocken, um sie die Welt vergessen zu lassen. Doch die Realität droht, ihren Traum zu zerstören.

 

Lakmé entstand 1883 an der Opéra-Comique und wurzelt in der Faszination der Europäer für den Orient und den Kontext der Kolonialkriege. Léo Delibes sublimiert das unerschöpfliche Thema der unmöglichen Liebe mit der berauschenden Sinnlichkeit seiner Musik, die dem berühmten „Duo des fleurs“ und dem „Air des clochettes“ entspringt, in dem die Koloratursopranistin Sabine Devieilhe brilliert. Der Regisseur Laurent Pelly hat sich rund um seine Figur ein nacktes, symbolisches und stilisiertes Universum vorgestellt, das sich an der Tradition des asiatischen Theaters und der Schattenpuppen orientiert. Weit entfernt von jeglicher Junk-Exotik verleiht es diesem Meisterwerk des französischen Repertoires, das dem Dirigenten Guillaume Tourniaire anvertraut wurde, eine universelle Dimension.

Quelle: Oper Straßburg