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Musikreise des RWV-Wiesbaden nach Erl/Kufstein vom 5. – 9. Juli 2018

 

Unser Reiseziel dieses Mal war Erl, ein Ortsteil von Kufstein in unmittelbarer Nähe des Wilden Kaiser-Gebirges.

Erl ist der älteste Passionsspielort im deutschsprachigen Raum. Anlass für unsere Reise waren jedoch nicht die

seit 1613 stattfindenden Passionsspiele, sondern der Ruf Erls als Spielstätte für hochkarätige musikalische Aufführungen während der „Tiroler Festspiele Erl“ im Juli und August, insbesondere auch für Wagner-Opern.

 

Das architektonisch interessante, im Jahr 2012 neu erbaute benachbarte Festspielhaus, kann - im Gegensatz zum Passionsspielhaus - auch im Winter bespielt werden. Es wird für unterschiedliche musikalische Aufführungen genutzt,

sowohl parallel zu den Sommerfestspielen, als auch während der Winterfestspiele im Dezember und Januar. Die Erler Festspiele sind inzwischen weltweit bekannt.

 

 

 

Unsere Reisegruppe durfte beide Festspielstätten kennen lernen:

Im Passionsspielhaus erlebten wir „Die Walküre“ von Richard Wagner mit Sängerinnen und Sängern der Accademia di Montegral und dem Orchester und der Chorakademie der Tiroler Festspiele Erl unter der musikalischen Leitung und Regie von Gustav Kuhn.

 

Ungewohnt war, dass das Orchester den hinteren Teil der Bühne einnahm, von der Szene durch einen nahezu transparenten Vorhang getrennt. Dem Bühnenbild blieb nur das vordere Drittel, für die Regie eine Herausforderung, die gut gelöst wurde. Die Sängerinnen und Sänger, insbesondere aber auch das Orchester zeigten eine überzeugende musikalische Umsetzung.

 

Die beiden Pausen genoss man in der ländlichen Umgebung beider Häuser in Gesellschaft einer Kuhherde: Man störte sich nicht! Liegestühle, die im Kreis aufgestellt waren, luden zum entspannten Verweilen und zum Austausch über das zuvor Gehörte und Gesehene ein.

 

Am folgenden Tag lernten wir dann auch das Festspielhaus kennen. Der Bariton Florian Boesch und die Musicbanda Franui interpretierten in ihrer Liedmatinèe „Alles wieder gut“ Lieder von Schubert, Schumann, Brahms und Mahler in ungewohnter Instrumentierung.So wurde die Stimmung des jeweiligen Liedes besonders hervorgehoben. In unserer

Reisegruppe führte das zu einem unterschiedlichen Meinungsbild.

 

 

 Auch das Beiprogramm hielt einige Höhepunkte bereit:

                                                           


Wir besuchten die mächtige

Festung Kufstein … 

… und spazierten unter kundiger Führung durch die Altstadt.


Sehr eindrucksvoll war die Besichtigung der Glashütte Riedel. Die Eigentümer hatten sich nach ihrer Vertreibung aus dem Böhmerwald mit ihrer Glashütte in Tirol angesiedelt.

Durch eigene Forschungen entwickelten sie für jeden Wein eine spezielle Form des Weinglases, um den individuellen Charakter der unterschiedlichen Weinsorten besser zur Geltung zu bringen. Von einer Galerie aus konnten wir die schweißtreibende Arbeit der Glasbläser beobachten. Wir waren beeindruckt.

 


Bei einer Schifffahrt über den Achensee und während eines kleinen Spazierganges auf der Gaisalm freuten wir uns an der beeindruckenden Kulisse der umliegenden Bergwelt. 



 

In der Wahl der Restaurants waren wir meistens frei. Gemeinsam nahmen wir am Anreisetag im „Auracher Löchl“ und am letzten Abend im „Purlepaus“ das Abendessen ein, wo wir der schmackhaften Tiroler Küche, die der bayrischen Küche ähnlich ist, den Vorzug gaben. Dazu schmeckte das lokale Bier oder der Tiroler Wein.  

 


Am fünften Tag unserer Reise erreichten wir, erfüllt von Kunstgenüssen und Eindrücken der Tiroler Bergwelt, wohlbehalten unsere hessische Landeshauptstadt.

 

Ein herzliches Dankeschön an unsere Mitreisenden Frau Edelgund Derscheid (Text) und Herrn Peter Ballstädt (Bilder) für Ihre Beiträge zu dieser „Nachlese“.